Die Wiener-Russen erobern das Münchner Backstage Werk

Die Russen sind da! Nun ja, zumindest dem Namen nach und schlussendlich doch aus Wien. Trotzdem sind die Mannen (und die Dame), die als Russkaja das Münchner Backstage Werk unsicher machen gern in der bayerischen Landeshauptstadt gesehen. Das erkennt man in erster Linie durch die schon zu früher Stunde gut gefüllte Venue, die beim Auftritt des Headliners, der an diesem Abend zeitgleich den Release des neuen Albums „No Is Illegal“ feiert, zum Bersten voll ist. Dabei reden wir von der größten der drei auf dem Gelände befindlichen Hallen, die als letzte Anlaufstelle der alternativen Szene Münchens gelten. Eben diese Szene ist in Masse und so bunt gemischt erschienen, wie es der musikalische Cocktail aus Turbopolka, Metal und Folklore-Elementen erahnen lässt. Ob Kuttenträger, mit Dreads behangene Reggae-Fans oder auch nur Anhänger der Band in zivil. Sie alle haben zumindest diesen einen Nenner gemeinsam: Russkaja!

 

Doch bevor Georgij Makazaria, Mario „Stübsi“ Stübler, Engel Mayr und Co. die Bühne entern, dürfen erstmal die aus dem Burgenland stammenden Coffeeshock Company die schon ohnehin heiße Menge bis zum Siedepunkt bringen. Das am besten wohl als Reggae-Rock-Hybrid zu bezeichnende Sextett ballert in ihrem gut einstündigen Set groovende Riffs mit Nu Metal-Attitüde in den Saal, um diese mit Reggae-Elementen in Gesang und Rhythmus anzureichern und damit ein Crossover-Gericht abzuliefern, dass München dankend annimmt.

 

Nun ordentlich aufgepeitscht und nur eine kurze Umbaupause später, dürfen nun Russkaja unter tosendem Applaus ihre Fans begrüßen und sogleich mit „Kosmopolit“ einen brandneuen Track (von insgesamt fünf an diesem Abend) von der Leine lassen, dem die neueste Single-Auskopplung „Love Revolution“ nachgeschoben wird. Schon hier merkt man, dass die Anhänger der Band ohne Wenn und Aber wissen wie man eine Party am laufen hält, obwohl die Tracks des Albums erst auf dem am selben Tag erschienen Album zu hören sind. Daher ist es nicht überraschend, dass die Ekstase beim Opener „Hey Road“ von der 2017-Platte „Kosmopoliturbo“ eine Stufe nach oben geschraubt wird. So geht es auch das restliche Set weiter, dass natürlich auch mit Klassikern wie „Psycho Traktor“ oder „Barada“ gespickt wird und die typischen Show-Elemente wie den Circle-Pit um die „Mitte“ beinhaltet. Neu hinzu kommen Aktionen wie der kollektive Sprung aus der Hocke, der entfernt an die „Jumpdafuckup“-Methode von Slipknot erinnert. Den vorläufigen Abschluss bildet dabei das obligatorische Avicii-Cover „Wake Me Up“, dass die Menge erschöpft, aber immer noch hungrig zurücklässt.

 

Natürlich ist der Abend an diesem Punkt aber noch nicht vorbei. Zurück auf der Bühne gibt es zunächst den dem Vater von Georgji gewidmeten Track „Otets“, dem das durch den Auftritt der Band in der Fernsehsendung „My Hit Your Song“ bekannt gewordene DJ Bobo-Cover „Freedom“ folgt, dass hier jedoch in einer etwas anderen Version präsentiert wird. Das reale Finale bildet jedoch das die Essenz der Band wohl am besten zusammenfassende „Energia“. Verschwitzt, erschöpft, aber offensichtlich glücklich wird so das Münchner Publikum in die Nacht entlassen. Ein Wiedersehen ist dabei sowohl für Band als auch Fans so gut wie sicher. Russkaja gelten als Stammgäste und die mit jedem Besuch mehr werdenden Fans scheinen noch lange nicht genug zu haben.

Igor Barkan

 

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