Everlast zelebrierte frische Songs mit alter Stärke im Münchner Backstage

Passend zur neuen Platte, stattete niemand geringeres als Everlast dem Münchener Backstage einen Besuch ab, um frische Songs mit alter Stärke aufzuführen. Der Titel des Albums, der auch das Backdrop auf der Bühne zierte, setzte genau den zu erwartenden Ton, den man ganze zwei Stunden genießen sollte: Whitey Ford’s House of Pain.

 

Ohne Vorband, aber dafür eine halbe Stunde später als angekündigt entert nicht nur Erik Schrody aka Everlast, sondern im Gegensatz zu seiner letzten Akustik-Tournee, eine dreiköpfige Band die Bühne und lässt mit „The Climb“ sofort einen neuen Song von der Leine, der trotz einer langen Karriere aufzeigt, dass der Musiker noch genug Kreativität in den Knochen hat. Vor allem werden sogleich die Live-Qualitäten deutlich, wenn Track-Elemente von der Studio-Fassung abweichen und es sich dadurch gleich doppelt lohnt ein Konzert zu besuchen.

 

Dieses wird dabei scheinbar im Minutentakt immer voller, bis man sich kaum von der Stelle bewegen kann. Der Sound ist dabei durchgehend druckvoll, die markante Stimme von Everlast zu jedem Zeitpunkt schön rauchig und durchdringend. Daher ist es recht verwunderlich wie oft ein Roadie auf die Bühne kommen muss, um neu zu verkabeln und zu stimmen, als würde nichts laufen wie es soll, während man im Publikum nichts dergleichen merkt.

 

Dazwischen frönt der US-Amerikaner dem Hip-Hop, der ihm vor seiner Crossover-Karriere die Tür in den Mainstream geöffnet hat. Dafür nimmt er nicht nur eigene Songs, sondern zollt seinen Vorbildern Tribut, indem er ihre Tracks in seiner unverkennbaren Art vorträgt. Dazu gehören unter anderem Cover von Snoop Dogg und Mobb Deep, die er als Einstieg für eine Reihe an „House of Pain“-Songs nutzt und aufzeigt, dass Genres nur ein abstraktes Konstrukt sind, um das sich der Musiker nicht wirklich schert.

 

Trotzdem macht der Mann klar, wo er in dem Zusammenhang ideologisch steht. Mumble-Rap und das damit einhergehende Lebensgefühl können ihm gestohlen bleiben. Insbesondere frauenverachtende Texte stoßen ihm sauer auf und lassen ihn auf der Bühne ordentlich gegen diese Entwicklung im Rap austeilen.

 

Dem folgen Klassiker aus der Alternative-Kiste wie „White Trash Beautiful“, die auch der der letzte Zuschauer kennen sollte. Den Abschuss stellen dabei als Zugabe nach „What it’s like“ der Überhit „Black Jesus“ und der House of Pain-Klassiker „Jump Around“ dar, was auch den letzten passiven Besucher in den Pit ziehen sollte.

 

Alles in allem hat Everlast die gesamte Bandbreite seines Schaffens in knapp zwei Stunden einem zunächst reservierten Publikum präsentiert, dass spätestens nach den ersten paaren Tracks auf seine Seite gezogen wurde. In diesem Sinne kann Everlast als musikalischer Stilmix gar nicht früh genug wiederkommen. München ist auf jeden Fall bereit!

Igor Barkan

 

 

 

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