Jason Derulo präsentiert sich als Halbgott in der R‘n‘B Welt

 

Jason Derulo nimmt eine Kriegerpose ein, sprintet los und rennt geradewegs auf einen gefährlich brüllenden Löwen zu. Schlussendlich wir er mit dem Raubtier eins, die zwei Seiten des Jason Derulo, Halb Mensch, Halb geschmeidiges Raubtier. Wir befinden uns aber nicht irgendwo in der afrikanischen Savanne sondern in der Münchener Olympiahalle. Über die riesigen LED Wände flackert der Einstiegstrailer zum Konzert des amerikanisches Superstars, es beginnt vermeintlich epochal.

 

Münchener Publikum bleibt zurückhaltend

 

Noch bevor Derulo die Bühne auch nur betritt, ist die Hallo von unzähligen Handybildschirmen erleuchtet. Das Konzert muss schließlich für Instagram & Co gut dokumentiert werden. So geht vor lauter Konzentration beinahe unter, dass Jason Derulo den Abend mit einem seiner ersten Hits „Watcha Say“ eröffnet, auf den gleich eine aktuellere Single „Tip Toes“ folgen sollte. So richtig warm wird das Münchener Publikum an diesem Abend aber nicht werden. Auch nach den knapp 90 Minuten Konzert wird sich kaum einer von seinem Sitzplatz erhoben haben, um gemeinsam mit Jason Derulo zu feiern. Schade, denn eigentlich lädt der Sound zum tanzen und ausuferndem feiern ein, dennoch bleibt das Publikum verhalten.

 

Das mag mitunter an der doch recht überbordenden Inszenierung liegen. Derulo liebt es augenscheinlich, sich selbst zur Schau zu stellen. In güldener Rüstung mit Tigerkopf auf der Brust betritt er die Bühne, gesäumt von unzähligen knapp bekleideten Tänzerinnen und Tänzern. Die Selbstdarstellung wirkt gewollt heroisch und kämpferisch, Derulos zwei Seiten eben. Bereits nach zwei Liedern entledigt er sich jedoch seinem Oberteil, sex sells ist die Devise. Das Münchener Publikum zeigt sich davon jedoch nicht sonderlich beeindruckt. Mehr als einen verhaltenen Applaus bekommt der Sänger an diesem Abend dafür nicht.

 

Jason Derulo verwöhnt mit zahllosen Charthits

 

Eines muss man Jason Derulo lassen: Binnen der letzten neun Jahre hat er eine Unmenge an extrem erfolgreichen Charthits produziert, die er an diesem Abend ausnahmslos, wenn auch oft in gekürzter Version,  zum Besten gibt. Von „Swallala“ bis „Trumpets“, „Goodbye“ und „In my Head“, es bleiben keine Songwünsche offen. Eigentlich das perfekte Rezept für einen gelungenen Konzertabend und doch springt der Funke nicht über. Vielmehr wirkt Jason Derulo trotz epochaler Inszenierung eher verhalten auf der Bühne, er glänzt nicht als der Star, der er eigentlich ist. Natürlich sind die Tanzperformances erstklassig, Derulo und seine Tänzerinnen und Tänzer leisten außergewöhnliches an diesem Abend.  Jede Bewegung sitzt, jedes Outfit passt entsprechend zum Song, Jason Derulo wechselt es an diesem Abend gleich mehrfach. Vom goldenen Oberteil und Lendenschurz,  bis zum flauschigen Zebra – Fellmantel und  Silberglitzerschuhen ist alles dabei. Dennoch fehlen ihm die letzten fünf Prozent an Entertainer Qualität, die es vermutlich gebraucht hätte, um den Abend zu einem besonderen zu machen, auch wenn er sich stets sehr darum bemühte, das Publikum auf seine Seite zu ziehen und nicht müde wurde, München für seine Schönheit zu loben.

 

Viel Show – ein bisschen zu wenig Seele

 

So holte er sich für „It Girl“ ein Mädchen aus den ersten Reihen mit auf die Bühne, anstatt sie aber direkt mit in die Show einzubinden, saß diese etwas verloren am Bühnenrand, bis Jason Derulo sich irgendwann neben sie setzte. Die junge Frau strahlte über das ganze Gesicht und doch erschien das, was eigentlich ein schöner und spontaner Moment hätte sein könne ein wenig gezwungen und geplant. Vielleicht war auch genau das das Problem dieses Abends. Aufgrund der absolut perfekten Show blieb eines ein klein wenig auf der Strecke: Herz und Spontanität. Trotz allem findet der Abend mit „Talk dirty“ und „Want to want me“ samt Konfettiregen einen schönen Ausklang.

 

Eine Überraschung der Abends gab es jedoch im Vorprogramm: Die Teenielieblinge Markus & Martinus aus Norwegen ließen gefühlt mehr Mädchenherzen höherschlagen, als es Jason Derulo in seinem knapp 90 Minütigen Set geschafft hat.

Carola Schulz

 

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