The Prodigy live in München

Es ist nicht mal ein ganzes Jahr her, als die Briten um The Prodigy das letzte Mal in der bayerischen Landeshauptstadt gespielt haben und schon sind sie Ende November 2018 erneut im Zenith zu sehen. Diesmal jedoch dank „No Tourists“ mit einem brandneuen Album in der Hinterhand und damit frischem Futter, dass live erprobt werden möchte.

 

Diesmal nicht ganz ausverkauft, aber immer noch so gedrängelt voll, dass man im vorderen Bereich der Halle kaum Platz zum stehen, aber dafür genug zum kollektiven moshen und tanzen hat. Bevor es jedoch mit dem Mainact beginnen kann, muss das Duo Slaves aus Kent als Opener die Menge anheizen. Gar nicht mal so einfach, wenn man bedenkt, dass die Band aus (Steh-)Schlagzeug und Gitarre dreckigen Punk zum besten gibt, während sich im Publikum eine illustre Mischung aus Ravern, Goths, Metalheads und 90er-Enthusiasten befindet. Doch dank des spürbar überbrodelnden Selbstbewusstseins der beiden Musiker, haben sie schon nach kurzer Zeit die Fans auf ihrer Seite. Oftmals reicht es nach Songs für nicht mehr als schüchternen Applaus, doch umso weiter das Set voranschreitet, umso tanzwütiger wird insbesondere der vordere Teil der Halle. Das reicht, um sich schonmal bereit für die Band zu machen, für die die Leute eigentlich gekommen sind.

 

Diese macht sich zunächst nach einem 40-minütigen Umbau sogleich hinter einem mit dem Ameisen-Logo der Formation beleuchteten Vorhang für den Abend bereit, der zu den Klängen des Überhits „Breathe“ von 1997 fällt und die Fans sofort in kollektive Ekstase versetzt. Die fast schon greifbare Energie, die dabei freigesetzt wird, kann man sich wohl am deutlichsten vorstellen, wenn man bedenkt, dass es in der Nähe der Bühne schier unmöglich ist ein Smartphone hervorzuholen, da es sonst durch die springende Menge so gut wie sicher mitgerissen werden würde.

 

So läuft es über das gesamte Set hinweg, dass zwar mit ganzen sechs Tracks vom neuen Longplayer aufwartet, aber die zeitlosen Klassiker nicht unter den Teppich kehrt. So werden „Voodoo People“, „Firestarter“ oder „The Day Is My Enemy“ unterstützt von einer unvergleichbaren Licht- und Effektshow in die Menge geblasen, während die beiden Frontmänner Keith Flint und Maxim Reality die Fans bis an die Grenzen pushen. Noch mehr Druck erfährt die Performance durch die Tatsache, dass Drums und Gitarre live gespielt und damit den Gesamteindruck des Sounds dynamischer machen. Das Ganze wohlgemerkt unter der Regie des Masterminds Liam Hewlett, der das Geschehen von der Mitte der Bühne aus steuert.

 

Das alles findet seinen vorläufigen Abschluss erst mit „Smack My Bitch Up“, dass nur eine kurze Pause einleitet, um mit gleich vier weiteren Tracks die Zugabe abzufeiern, bevor mit „Timebomb Zone“ und „Out of Space“ als Outro The Prodigy in die Münchner Nacht verschwinden und hoffentlich, wie es nun scheinbar die Regel ist, wieder bald zu Besuch kommen.

Igor Barkan

 

 

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