Wooden Shjips gastierten im Import/Export

Es ist der 12.03.2019. In einer intimen Münchener Venue tummeln sich Musikfreunde aus verschiedensten Ecken Münchens vor einer kleinen, heimeligen Bühne. Das Licht ist gedimmt, die Stimmung gelöst und das Publikum vertreib sich die Zeit bis Showbeginn mit Gesprächen über das Leben und die Musik. An diesem etwas zu kalt geratenem Märzabend erwartet der ClubZwei im Import/Export nördlich des Münchener Stadtzentrums die psychedelische Stoner-Rock-Sensation „Wooden Shjips“ aus San Francisco.  Das musikalische Quartett bestehend aus Omar Ahsanuddin, Dusty Jermier, Nash Whalen und Ripley Johnson hat sich seit 2006 unter Liebhabern des atmosphärischen Alternative Rock zum absoluten Geheimtipp etabliert und veröffentlichte seitdem fünf betörend psychedelische Studioalben. Ihre experimentellen und berauschenden Klänge inspirieren nun schon seit mehr als zehn Jahren Zuhörer auf der ganzen Welt.

Es ist 22:00 Uhr und die Band eröffnet die Show wie gewohnt wortlos und mit einer lässigen Gleichgültigkeit, welche den Coolness-Faktor der vier eher unscheinbaren Männer weiter ins Unermessliche steigen lässt. Gitarrensolo folgt auf Gitarrensolo, hier und da unterbrochen von Johnsons unverständlich gemurmelten Lyrics. Psychedelische Lichteffekte tauchen die Musiker in außergewöhnliche Farbmuster und versetzen den Betrachter in einen Zustand der Trance, den man sonst womöglich nur durch Substanzkonsum erreicht hätte. Der ausverkaufte Konzertraum bewegt sich sanft zu den gleichbleibenden Synthie-Klängen der Band und mit jedem gespielten Track steigt die Bewegungsbereitschaft des Publikums und damit auch die Luftfeuchtigkeit im Raum.

Hauptsächlich bedienten sich Wooden Shjips an Tracks aus ihrem aktuellsten Album „V“, worunter die Dauerbrenner „Ride On“ und „Staring at the Sun“ fallen. Auch ihre berüchtigte Coverversion von Velvet Undergrounds „What Goes On“ hat es mal wieder auf die Setlist der Gruppe geschafft – Zum großen Vergnügen der Zuhörer. Zwar erwiesen sich die Musiker als eher wortkarge Genossen, jedoch schien das das Publikum nicht sonderlich zu stören. Tatsächlich versetzte die surreale, musikalisch monotone Atmosphäre sämtliche Gäste des Abends in einen unnachahmlichen Zustand tiefster Entspannung, die einen ultimativen Musikgenuss erst möglich machte.

Isabell Rieth